lundi 31 décembre 2007

2*0*0*8

Eine fast magische Zahl...
2
0
0
8
...

samedi 17 novembre 2007

Der Tiefste Punkt Der Erde,
Mariannengraben, Meeresgrund.
Zwischen Nanga Parbat, K2 Und Everest,
Das Dach Der Welt




dimanche 8 juillet 2007

Anaïs Bucher: GE-LU



Anaïs Bucher
GE-LU, 2002
Photographie, Collage
12 x 29.7 cm
Photographien: Nathalie Nicola

"Bin ich eine Andere, wenn ich französisch spreche?
Bin ich eine Andere, wenn ich unter dem Himmel Genfs durch die Strassen gehe - und der Blick ins Blaue je nach Quartier so viel freier ist, als in Luzern?
Bin ich eine Andere, wenn ich mich in der Rhône treiben lasse, als wenn ich in der Reuss schwimme?"

Anaïs Bucher lässt die beiden Städte Luzern und Genf über die eigene Person zu einem einzigen Raum werden – oder sie verbindet die Städte, indem sie gleichzeitig sowohl in der einen als auch in der anderen Stadt auftritt.

Kerguéhennec

Sarah Hildebrand: Peaux



Sarah Hildebrand
Peaux, 2007


"Robe de moucherons.
Robe aux dentelles d’orties.
Robe parée de sauge.

L’une dégoutte et repousse, l’autre brûle et transforme avec la patience du silence, la dernière guérit et purifie."

Sarah Hildebrand setzt sich in ihrer Arbeit mit der Welt der Geister auseinander, wobei sie sich auf Märchen bezieht, wie zum Beispiel «Die sechs Schwäne» der Gebrüder
Grimm oder «Eselshaut» von Charles Perrault.

samedi 23 juin 2007

Stephan Perrinjaquet: « S »

Près de moi, une araignée métallique en suspension. Plus loin, un cheval blanc, des yeux plein d’étoiles. Evie de partir. Envie de rester. Pour voir…


Un mix emballe le club entier. « I like these fucking drugs. » Mes jambes me portent dans l’arène. Dans le son, mon sang fait des bulles…


Mes pas se croisent avec des jambes en jarretelles, sans robe par-dessus. Jambes gainées de vynil, nues, épilées : elle est ravissante. Il est ravissant. Deux filles se distinguent par leur apparence des plus simple, style Basel Land. Heidi en enfer. Marrant.


Extinction du light show. Noir. Des faisceaux lasers verts sont enclenchés et scannent le public. De bas en haut. De gauche à droite. Zéro tumeur, aucune peut. Nous suivons le train fantôme, chaqu’un imagine son propre parcours.

(…)

Les strobos stoppent. Lumière blanche à soixante volts. Doucement, le son disparaît. Nous y sommes. Secoués et contents. Je revois l’araignée métallique, le cheval aux yeux étoiles. Merci pour la piqûre, merci pour la chevauchée sauvage.


Stephan Perrinjaquet, Extrait de "«S» - Afterhours Club"
Stephan vit et travaille à Genève

Anaïs Bucher: Monotypien






















Anaïs Bucher

ohne Titel
, 2002

Monotypie























Anaïs Bucher
ohne Titel, 2002
Monotypie

Anaïs Bucher lebt und arbeitet in Luzern, CH

vendredi 22 juin 2007

Chantal Mintz: Un lieu en suspension


Chantal Mintz
Point de vue, 2001
Installation


Chantal Mintz
Un lieu en suspension, 2003
Photographie, Ink Jet Print
Grösse variabel


Construire une cabane, c’est précisément ne rien fonder, pas de stabilité ou de racines. Construite sans plan préalable, faite d’assemblages et de disjonctions, c’est un lieu précaire qu’il faut sans cesse réajuster. Elle joue avec le presque rien, le pas-grand-chose, avec juste l’essentiel.

La cabane est une rêverie universelle : ni tout à fair hors du monde, ni tout à fait intériorisée. Elle est une aire intermédiare ; un lieu en suspension, en devenir ;
un potentiel d’expérience.

Chantal vit et travaille à Genève

dimanche 10 juin 2007

Genf

Als Stadt ist Genf so wiedersprüchlich und rätselhaft wie ein lebendiger Mensch. Ich könnte der Stadt einen Pass ausstellen. Nationalität : neutral – Geschlecht : weiblich – Alter : (die Distkretion gebietet es) wirkt jünger, als sie ist – Familienstand : getrennt lebend – Beruf : Beobachterin – Körperliche Merkmale : geht wegen Kurzsichtigkeit ein wenig vorgebeugt – Allgemeine Bemerkungen : attraktiv und verschwiegen.
(...)
Abhängig von den Winden, unter denen die Bise und der Föhn die berüchtigsten sind, stammen die Wolken am Himmel über Genf aus Italien, Österreich, Frankreich. Sie kommen das Rheintal hoch aus Deutschland, den Niederlanden oder gar von der Ostsee. Manchmal stammen sie von weit her, aus Nordafrika oder Polen. Die Stadt Genf ist ein Schnittpunkt und dessen ist sie sich bewusst.
Über Jahrhunderte hinweg haben Reisende hier Briefe, Anweisungen, Landkarten, Listen und Botschaften zurückgelassen, damit Genf sie den später Eintreffenden übergibt.
(...)
Wie soll man zum Beispiel eine kleine, aus einem Tischkalender gerissene Seite katalogisieren, die von Sonntag, dem 22. September, bis Samstag, dem 5. Oktober 1935, reicht ? Zwischen den Kolumnen für die beiden Wochen finden sich in der kleinen Spalte für eigene Notizen einige wenige Worte. Die Handschrift wirkt lässig, hastig und achtlos hingeworfen. Die Worte lauten auf Deutsch : Eine ganze Nacht, eine ganze Nacht und das, was auf einer Postkarte Platz hat.
Was bringt diese Leidenschaft der Stadt ein ? Sie befriedigt ihre unersättliche Neugier. Eine Neugier, die nichts – oder nur sehr wenig – mit Wissbegierde oder Klatschsucht zu tun hat. Genf ist weder eine Concièrge noch eine Richterin.
Die Stadt ist eine Beobachterin, die sich fasziniert über die Vielfalt der menschlichen Nöte und Tröstungen beugt.

John Berger
Hier, wo wir und begegnen
Hanser Verlag München Wien 2006
S. 60 ff.

jeudi 7 juin 2007

Annatina Graf: Erinnern


Annatina Graf, Erinnern 4, 2006
Acryl auf Baumwolle, 40 x 50 cm

In der Serie Erinnern spielt Annatina Graf nicht nur mit Assoziationen zum aktiven "sich erinnnern" und zur passiven "Erinnerung", sondern thematisiert gleichwohl unser Bedürfnis nach "Erinnerungsbildern". Als Vorlage für die mit Aluminiumfarbe gemalten Bilder dienten denn auch Bilder ihrer eignen Kinder, welche sich nun jedoch, obschon vergrössert, dem Betrachter entziehen. Ähnlich der trügerischen Präsenz von Erinnerungen bleiben Annatina Grafs Gemälde unfassbar, da die Malerei uns je nach Blickwinkel ein Motiv oder seltsam blasse, leicht reflektierende Flächen offenbart.

Annatina Graf

mardi 5 juin 2007

Eija-Liisa Ahtila: The House

Eija-Liisa Ahtila
The House, 2002
DVD Installation für 3 Projektoren mit Ton, ca 14min

"I have a house. There are rooms in the house. There is a terrace outside the front door. After the terrace you walk up three steps to go inside."

The House erzählt die Geschichte einer Frau, deren Wahrnehmung der Welt, des Raumes und der Zeit, allmählich durch Stimmen und Klänge destabilisiert wird.

Der Arbeit Eija-Liisa Ahtilas liegen Interviews und Gespräche mit psychotischen Frauen zugunde, und wurde aufgrund der Idee von Verlust von Zeit- und Raumempfinden entwickelt. Dementsprechend wird die Arbeit auf drei Projektionen mit drei Videokanälen gezeigt.

dimanche 3 juin 2007

Time-machine




















Cover from:
Scientific Progress goes "Boink"
Calvin and Hobbes by Bill Watterson

mercredi 30 mai 2007

Der Fliegende Berg

« Gleich neben den überwächteten Graten
des Landes Kham lagen die Berge Irlands,
ihre kahlen Höhen nicht weiter entfernt
als der letzte Gipfel unseres gemeinsamen Lebens,
der einige Windstösse lang
unsere Namen tragen sollte, bevor er
in jagenden Eiskristallschleiern wieder verschwand –»
Seite 68

« Durchnässt und fluchend waren Liam und ich
damals von unserem vergeblichen Versuch,
eine im Sturm schlagende Blechbahn zu bergen,
über die gepeitschten Weiden ins Haus zurückgekehrt,
wo ich auf drei Bildschirmen seines Arbeitszimmers
eine digitalisierte Fotografie schimmern sah
(…)
Kein Zweifel, was in dieser Wolkenkluft,
Die sich nun weiter und weiter öffnete,
So klar und gleichzeitig so entrückt
Wie durch ein umgedrehtes Fernrohr betrachtet erschien,
Das war die Wirklichkeit, die zum Abbild auf Liams Schirmen gehörte,
(…) »
Seite 277

Christoph Ransmayr
"Der Fliegende Berg"
Fischer, Frankfurt am Main, 2006

mercredi 23 mai 2007

Collective Memory



















Die Gedankenstränge um das kollektive gemeinsame Gedächtnis von Blogs geht weiter, sie tauchen durch Princess Haiku nun auch auf ihrem und auf Moon River's Blog auf.
Ausserdem hatte ich heute über skype eine Diskussion mit Selina über den Antrieb des bloggings. Ich selbst denke nach wie vor, dass es sich hier um eine Art erweitertes Tagebuch handelt, gewissermassen um kollektive Mémoiren.

{The thoughts about collective memories are spreading further, throught Princess Haiku they appear now on hers and on Moon River's blog.
Futhermore I had a discussion about the sense of blogging with my sister on skype today. I myself think still, that blogging is some kind of a larger journal, in some ways collective memory.}

jeudi 17 mai 2007

Irina Lorez: Zwilling

"Ist euch bekannt, nicht alleine zu sein, dass jemand mit euch war, aber irgendwann verloren gegangen ist, dieser Unsichtbare sich immer wieder meldet, damit er nicht vergessen wird und die Sehnsucht nach ihm weiter besteht, dass beim Nahen des Abschieds ein Abgrund sich öffnet, die Trennung schmerzhafter ist als das Fallen, dass er zu eurem Schatten wird und flattert wie eine Vogelscheuche, dass er euch die Hand reicht, wenn die Einsamkeit unerträglich ist, dass er sich euren Träumen entzieht, wenn er erkannt wird, er in unterschiedlichen Gestalten auftaucht als wäre er auch euer Geliebter, dass er euch treibt, nicht aufzugeben? Das ist der Zwilling."















Irina Lorez
Zwilling, 2006
pas-de-deux mit Mantel und Gebläse


Als verlorener Zwilling wird ein Fötus bezeichnet, der bei einer Zwillingsschwangerschaft im Mutterleib stirbt und dann von der Gebärmutter abgestossen oder resorbiert wird. Ein Vorgang, der meist unbemerkt vor sich geht. Untersuchungen zufolge soll mindestens jede achte Schwangerschaft davon betroffen sein.
Es wird behauptet, dass ein Kind aus einer solchen Schwangerschaft intensive Erinnerungen an seinen verlorenen Zwilling besitzt und während seines Lebens auf der Suche nach diesem Teil seiner Persönlichkeit ist. Jemand fehlt.
Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für diese Hypothese.

Irina Lorez

Selina Gnos: Mein Fenster Zur Welt

Das Zimmer ist dunkel, etwas Licht, nachts, wenn ich am Computer sitze, der helle Schirm.
Ich bin schon lang nicht mehr aus dem Zimmer gegangen. Manchmal, um Zigaretten zu holen, was zu essen, Bier in der Nacht.
Meine Welt rund um mich ist klein, aber ich dringe immer stärker in sie ein.
Meine Welt ist mein Computer und meine Leute sind meine vielen Doppelgänger, mit deren Namen und Identitäten ich mich durch das Netz bewege.
Ich bin wie eine Katze, die sich herumschleicht, die sich annähert, aber sobald man sie anfassen will, geht sie weg.
Ich bin auf der Suche. Nach was. Ich bin auf der Suche nach Dir.
Ich denke mir Personen aus, die werden ein Teil von mir. Sie sind oft besser als ich, forscher, schlagfertiger, verspielter. Sie können über alles diskutieren, ich eigne mir den Jargon an, ich lese mich ein in das, was das Internet hergibt. Kopieren, Einfügen und rein ins Forum. Sperrige Themen, die mich früher nie wirklich interessierten. Mich?
Ich weiß gar nicht mehr, wer ich wirklich bin. Man hat mich selten wahrgenommen. Und wenn, dann als irgendetwas blasses, das vom Hintergrund verschluckt wird. Das von anderen übertönt wird, das im Weg herum steht. Ich weiß nicht, wer sich an mich erinnert, und wenn es ein Bild gäbe, das sich in eine Erinnerung einschreiben würde, dann wäre das sicher nicht leuchtend.
Immer mehr bin ich zurückgewichen von dem, was die anderen sind, von dem wo die anderen sind.
Ich glaube, auch Du bist nicht sehr kontaktfreudig. Auch du tummelst Dich durch alle möglichen Foren im Internet, am Abend, wenn Du nach Hause kommst. Ich bin einmal vor Deinem Haus gestanden, ich habe herausgefunden, wo Du wohnst, das Haus ist zu groß für Dich allein. Aber Du bist da an Deinem Tisch gesessen, im hellen Licht, nur Du, und Du hast glücklich gewirkt. Macht es Dir nichts aus, wenn man Dir zuschauen kann beim alleine sein?
Ich verliebe mich in Leute, die ich vom Sehen her kenne, flüchtige Begegnungen. Sie sind mein einziger Kontakt zu dem, was man Aussenwelt nennt. Aber wenn es eine Aussenwelt gäbe, dann müsste es auch eine Innenwelt geben. Ich finde nicht einmal das Innen mehr. Meine Welt ist mein Raum, mein Computer, das bisschen Licht. Und das ist weder innen noch außen. Das ist irgendwo dazwischen, auf dem Weg zu Dir.
Du weißt nicht, dass wir immer in Kontakt sind.
Damals bist Du aus Deinem Büro getreten, es war Frühling, die Luft war feucht, und es dunkelte bereits. Den ganzen Tag hatte es geregnet, die Straße glitzerte unter dem spärlichen Licht, und die Autos waren mit leuchtenden Tropfen bestreut. Nur Dein Auto war weiß, als einziges, es sah aus wie mit Schnee bedeckt. Ungläubig hast Du die Hand ausgestreckt, und bist über dieses Weiß gefahren, aber es war nicht kalt, und du wusstest nicht, ob Du erschrecken solltest, weil es nicht kalt war. Und dann hast Du nach oben geschaut, und hast den Baum erblickt, der in voller Blüte stand. Du hast gelächelt, hast Dir die Hand an Deiner Hose abgewischt, und bist ins Auto gestiegen. Ich bin mir sicher, Deine Hand roch gut. Ich stand am Fenster im dunklen Zimmer. Ich gewöhnte mich an Deine Zeiten. Stand da, am Fenster, wenn Du aus Deinem Auto ausgestiegen bist, und Dein Büro aufgesperrt hast. Und als wäre es eine Schleife, stand ich wieder da, abends, wenn Du nach draußen auf die Straße tratst.
Eine Schleife im Haar mit Blüten bestickt, eine Schleife an meiner Hand und eine an Deiner, eine Schleife im Netz, die uns verbindet, deren unzählige. Welche lösen wir zuerst, damit eine andere, eine einzige stärker wird?
Oder manchmal gingst Du auch mal für eine Zigarette raus, aber die Zigarettenpausen funktionierten nicht nach einer Uhrzeit. Das ist Dein eigenes System, Dein eigener Rhythmus, etwas vom wenigen aus Deinem Leben, das mir fern blieb, das ich mir nicht aneignen konnte.
Ich war immer in Kontakt mit Dir.
Einmal haben wir uns getroffen. Aber Du hast nicht gewusst, dass ich das bin. Einen Brief brachte ich vorbei. Ich habe gesagt, Anna schickt mich. Anna hast Du im Kinoforum kennengelernt. Anna, die Dich immerzu anstachelte wegen Deinem Rotzbubenfilmgeschmack, und die Du schlussendlich kennenlernen wolltest. Anna, die Angst hatte, sich die Finger zu verbrennen, weil sie seit Jahren in Beziehung lebt, und die stattdessen ein unscheinbares Mädchen hinschickt, um Dir einen Brief zu hinterlassen. Anna, das war auch ich. Aber ich hätte die Anna nicht spielen können. Ich hätte nicht einmal die Kleider dafür gehabt.
Du hast nichts gesagt und ich habe nichts gesagt. Und dann bin ich wieder gegangen.
Woher wusstest Du, wo ich arbeite, hast Du später Anna gefragt. Ich bin gut im Beschaffen von Information, schrieb sie zurück.
Vom Mädchen, das ihn brachte, schriebst Du nichts.
Ich bin auch der Typ aus dem Newsforum, der Dich in Deinen Meinungen immerzu unterstützte. Ich war der Junge, der Dir lästige Fragen schrieb zu Deinem Apple, den Du auf ebay versteigern wolltest. Und der Typ, der Dein Auto kaufen wollte, das war auch ich. Im Internet haben wir gemeinsam gepokert, haben uns gegenseitig abgezockt. Den Kostenvoranschlag für eine Loggia habe ich erstellen lassen. Ich war die alte Dame mit der krakeligen Handschrift, die sich so schrecklich über Dein falsches Parken aufgeregt hat, und Dir deshalb immer Zettelchen mir Drohungen an die Windschutzscheibe geklebt hat. Die Architekturabsolventin, die sich bei Dir um ein Praktikum beworben hat, das war auch ich.
Und ganz nebenbei bin ich auch das Mädchen, das Dich immer vom Fenster aus angelächelt hat, und Du hast es nie wahrgenommen.
Und morgen werde ich zu Dir kommen. Frag nicht, wer dann kommt. Ich weiß es selbst nicht. Aber frag mich anderes. Frag mich, wie die Nächte riechen, wenn es Frühling wird, frag mich nach dem Brennen des Lichtes, wenn man vier Tage nicht mehr draußen war, oder frag mich, wer Du bist. Denn das weiß ich mittlerweile viel besser, als wer ich bin.

Selina Gnos, 2007
(Selina lebt und arbeitet in Wien)

lundi 7 mai 2007

About blogging













Princess Haiku, 2.05.2007

Ich stöbere zur Zeit in verschiedenen blogs herum, besuche sie regelmässig und lese täglich einige Artikel oder schaue mich nach schönen Bildern um. Mir fällt auf, dass es ein Genre von Blogs gibt, welches sich mit einem ästhetischen Tagebuch vergleichen lässt, poetische Gedanken reihen sich an Trouvaillen aus der Bilderkiste des Web.
Fast möchte ich diese Art von Blog als einem Beitrag zum kollektiven Gedächtnis bezeichnen - interessant dabei ist auch, dass ich in den Kommentaren andere Blogger wiederfinde, deren Blog ich eben las, und denen ich vielleicht eine Nachricht hinterlassen habe, die Blogs verweisen also untereinander aufeinander und ergänzen sich so zu bestimmten Thematiken oder bilden so zusammen ein gewissens Bild der Welt.

Princess Haiku
Moon River
flowerville

mercredi 2 mai 2007

Elías' texts

It hadn’t started to dawn when the last piece of bread on the island became lava in my hands. I was roaring like an arrogant beast, showing my fangs to the sea wind, losing my temper because of the salt I was breathing.
And I went directly down to the beach, I walked with my feet raping the black dunes. And the waves were also roaring, they roared with the intention of heaping enormous quantities of dark sand in my breast, going through my skin with their anger.
I went down to the seaside with the intention of drinking the ocean. I wanted a daybreak with revenge in my lips even though I could die inebriated and unable to give birth. I went down to the shore with the intention of swallowing the sea.
But on the beach I found a jewel, a divinity made of cloth. A pagan doll that came up among my strikes against the perpetual water. I took her in my arms and then I could never after leave her.
I wish constantly that night falls and the hunger exhausts my reasoning. At dusk she becomes a light bulb, and I dance around her, flying as a hypnotised mother.

* * * *

I was here.
I was here when the snow was silencing the breast of the innocence. Those were times when words sounded with a voice like a bell and crossed the infinity searching for a skin to leave a kiss burning as a drum and to awake the expression and the breathing of the time. My hands danced in the sky, catching and freeing the heartbeats of the air.
I was here.
I was here when the earth was dreaming with fertility. Then I was a thought as music. And my dance was the heartbeats of the air.
I was here.
I was here when my body was a portrait of absence and silence. Those were days of anxious rhymes dressed with a memory just about to break the hypnosis of the winter and to fly away to a fire of bells and a dance of pendulums drawing the expression of the universe. My hands moved in the sky, gathering and enjoying the heartbeats of the air.

Elías Portela-Fernandez, 2005
(Elías comes from Galicia, Spain, and is now living in Reykjavík, Iceland)

jeudi 26 avril 2007

Phantom / Fossil



















I started collectionning images of an absence when I saw someone dying and I suddenly saw that this person was still there, that her face was there, but that her eyes and herself were elsewhere, maybe not absent, but not where I was.
All the images represent for me something that is not here, or something that has gone, or something that I cannot capture.
The fossile is the trace that remains of something living. It is the trace that interests me. And the living, or the image that is a caption of something in movement.

Letter to Elías

Parabole Sainte Elite



















Rémi Dall'Aglio
Parabole SainTe Elite
Installation urbaine

"Entre guerre sainte et sainte horreur, comment savoir à quel saint se vouer...
Avec SainTe ELITE, Rémi Dall’Aglio propose une réflexion sur la communication, la transmission, et peut-être aussi sur notre rapport avec le ciel. Ses paraboles satellites, dorées, à la courbure inversée, rejettent-elles l’image d’un monde uniforme, standardisé et agressif ? Renvoient-elles au sacré, en rappelant les auréoles dorées à l’or fin de la peinture religieuse? Elles nous mettent, nous, spectateurs, heureux possesseurs de ses sculptures discrètement rayonnantes, dans le rôle d’acteurs, d’émetteurs. Car celui qui choisit une parabole SainTe ELITE manifeste, par là-même, la volonté de se démarquer de la foule somnolente des spectateurs urbi et orbi, d’affirmer la différence entre don de soi et réceptivité aveugle. Elles jouent avec les ondes omniprésentes, envahissantes, avec les rayons du soleil et de la lune; elles sont au coeur de la cité, au fond des campagnes, le point d’interrogation d’un homme qui tente d’échapper à la vanité du monde et de la parole. Mais elles se veulent aussi, et c’est là leur ambiguïté, un produit de consommation courante; elles souhaitent envahir le marché à l’instar de leurs soeurs concaves et court-circuiter la propagation de ce que les médias nous présentent comme « paroles d’évangile ». Elles sont le miroir du caractère unique de chaque spectateur, enfin, elles sont une profession de soi."

Françoise Lienhard, avril 2002

www.remidallaglio.com

mardi 24 avril 2007

Engel

Einst, einfach ein Spaziergang. Der Wald ist dunkel geworden, die Nacht fällt. Langsam ; doch das Licht ist blau, die Dichte der Bäume und Büsche saugt den Rest des Tages auf. Plötzlich ein Wildschwein, aus dem Nichts gekommen, steht es da. Alle drei sind versteinert, schauen sich an. Das Tier fasst sich, macht rechtsumkehrt und verschwindet, laut, zwischen dem Blätterwerk, den Zweigen.
Das Telefon klingelt. Schreckt das Paar aus seiner Angst auf. Wie ein Engel, der seine Anwesenheit zeigt.

Entanglement



















Rafael Lozano-Hemmer
Entanglement
, 2005
Installation, 2 Neons, 2 Schalter, 2 Computer (Internet)
40 x 180 cm
Courtesy Galerie Guy Bärtschi

"Quantum entanglement is a quantum mechanical phenomenon in which the quantum states of two or more objects have to be described with reference to each other, even though the individual objects may be spatially separated. This leads to correlations between observable physical properties of the systems. For example, it is possible to prepare two particles in a single quantum state such that when one is observed to be spin-up, the other one will always be observed to be spin-down and vice versa, this despite the fact that it is impossible to predict, according to quantum mechanics, which set of measurements will be observed. As a result, measurements performed on one system seem to be instantaneously influencing other systems entangled with it. But quantum entanglement does not enable the transmission of classical information faster than the speed of light."
(wikipedia)

In seiner Arbeit Entanglement spielt Rafael Lozano-Hemmer auf dieses Phänomen der Quantenphysik an. Die interaktive Installation besteht aus zwei identischen Neonschriftzügen (das Wort "Entanglement" in einer kursiven Schrift), welche sich in zwei verschiedenen Räumen, Städten oder sogar auf zwei Kontinenten befinden. Jeder dieser Neons wird durch einen Schalter bedient, welcher seinerseits über Internet mit dem zweiten Schalter verbunden ist. Die Neons kommunizieren so miteinander, und sind immer gleichzeitig ein- oder ausgeschaltet. Dies heisst, dass sich der eine Schriftzug plötzlich einschaltet, weil der Schalter des zweiten am anderen Ende der Welt betätigt wurde.

www.lozano-hemmer.com - www.bartschi.ch

lundi 23 avril 2007

Space Shuttle / Mars / Polarstation



















Mars
















Polarstation in der Antarktis


"Ich stelle mir Josef Mazzini während der ersten Stunden auf dem Schiff vor, in der Behaglichkeit seiner Kabine, und frage mich, ob er nicht schon im Verlauf dieser Tage in Longyerabyen begonnen hatte, seine Reise von den Erinnerungen an die Fahrt der Tegetthoff allmählich abzulösen; schliesslich lag ja auch über der Arktis nichts als die Gegenwart, eine unumgängliche Gegenwart, die nicht zuliess, dass dieses kahle Land zur blossen Kulisse einer Erinnerung verkam."

Christoph Ransmayr, Die Schrecken des Eises und der Finsternis, Frankfurt am Main, 1987, s.131

mercredi 18 avril 2007

Satellitenbilder / Perspektive














Archaeopterix und Parano Hires, Aquarell auf Papier

mardi 27 mars 2007

Fernbedienung















Sladjan Nedeljkovic
Fernbedienung
, 2005
Videoprojektion, Ton (DVD, 11’7’’)



In seiner Arbeit Fernbedienung verwebt Sladjan Nedeljkovic (*1969) träumerische, poetische Äusserungen mit medienkritischen Aussagen und Gedanken. Ich, der Betrachter, befinde mich vor mal ruhigen, mal hektischen Bildern, durch die Bildschirm-Pixel stark aufgelöst und flimmernd, folge ihnen mehr oder weniger bewusst, mache meine Assoziationen. Am unteren Bildrand erscheinen in Form von Untertiteln Kommentare, losgelöst vom Geschehen im Bild, wie es scheint. Doch die Gesprächssequenzen entwickeln sich langsam von blossen Gedanken zur Realität in bedrohliche Vorstellungen von Kontrolle und Diktatur.

A Stell dir vor, bald werden wir alle auf den Mond fliegen können. Echt. So einfach wie wir in den Urlaub fahren.

C Super.

B Gibt es ein Leben auf anderen Planeten?

A Gibt es Kabelfernsehen im Weltall?

C Gucken die Sterne vielleicht auch fern?

(…)

B So ist das nunmal. Die erzeugte Welt ist zugleich Phantom und Matrize.

C Aber, die eigentliche Wirklichkeit wird uns vorenthalten.

www.sladjan-nedeljkovic.net

mardi 13 mars 2007

Dédoublement













Ich denke hier an verschiedene Phänomene:
Verdoppelung, Klon
Gleichzeitigkeit an mehreren Orten
Doppelt Sehen
Simultaneität (Bewegung, Gedanke, Gefühl)
Sympathie

vendredi 9 mars 2007

Le Tour du Monde de Selma



Muséum d'histoire naturelle, Genève, 06.03.2007

www.ville-ge.ch/musinfo/mhng

Skype


Skype hat etwas Magisches, da es die Unkompliziertheit und Leichtigkeit des sms mit der Präzision und unmittelbarkeit des Telefons verbindet.


Vor einigen Wochen hatte ich ein schönes Erlebnis, an welches ich im Nachhinein immer wieder denken musste. Meine Freundin befand sich zu dem Zeitpunkt auf einer grossen Reise in Asien, mir war jedoch ihren genauen Aufenthaltsort nicht bekannt. Ich war bei der Arbeit, als ich plötzlich ihren Anruf per Skype hatte – von einem Moment auf den anderen war sie bei mir, an meinem Arbeitsplatz, füllte den Bildschirm meines Rechners mit ihrem Bild aus -- ich sah, dass sie in Korea war, befand mich selbst in der Wohnung gemeinsamer Freunde in Séoul (wir haben dieses Paar zusammen vor einigen Jahren in Hamburg kennengelernt).

Bei Sarah war Nacht, bei mir war Tag.