mardi 5 août 2008

Birger Sellin


nägel in astgabeln sind die instrumente
ich singe das lied aus der tiefe der hölle und rufe
alle stummen dieser welt
erklärt den gesang zu eurem lied
taut die eisigenmauern auf
und wehrt euch ausgestoßen zu werden
wir wollen eine neue generation der stummen sein
eine schar mit gesängen und neuen liedern
wie es die redenden noch nicht vernommen haben
unter allen dichtern fand ich keinen stummen
so wollen wir die ersten sein
und unüberhörbar ist unser gesang

Birger Sellin, Ich will kein inmich mehr sein

"ich bin ohne sprache nichts" - eine Aussage, wie sie - zumal aus dem Munde eines Schriftstellers - wenig außergewöhnlich zu sein scheint. Hier jedoch ist die Rede von einem, der Sprache, als das elementare Medium der Kommunikation, erst im Alter von 17 Jahren erlangt hat, obwohl er seit seinem fünften Lebensjahr lesen und schreiben kann: dem Berliner Autisten Birger Sellin, verstummt seit seinem zweiten Lebensjahr.. Mehr oder minder zufällig kam er mit der einzigen Technik in Berührung, die ihm die Anwendung von Sprache ermöglicht und damit sein Leben entscheidend verändert hat - er schreibt Texte von seltsamer Schönheit, ein Zeugnis seines Dasein, und auch seines Leidens.

Heide Kuhlmann, Rezension
über Birger Sellin
"ich will kein inmich mehr sein"

vendredi 1 août 2008

Kosmische Schlange, Comète und Dollar Mambo
















Ich bin irgendwo zwischen Himmel und Meer, über den Bergen, unter den Sternen.

(...)
Das ist die Zeit. So reich und verschwenderisch ist sie. Und so erbarmungslos.

Jón Kalman Stefánsson, Verschiedenes über Riesekiefern und die Zeit

über Jón Kalman Stefánsson

jeudi 5 juin 2008

Kalevala




























(Akseli Gallen-Kallela)

Finnische Volksdichtung, im 19. Jahrhundert von Elias Lönnroth aufgrund von mündlichen Überlieferungen zusammengetragen. Das Kalevala hat massgebend zum finnischen Bewusstsein beigetragen.

"Werde von der Lust getrieben,
von dem Sinne aufgefordert,
dass ans Singen ich mich mache,
dass ich an das Sprechen gehe,
dass des Stammes Lied ich singe,
jenen Sang, den hergebrachten.
Worte schmelzen mir im Munde,

es entschlüpfen mir die Töne,
wollen meiner Zung' enteilen..."

(Anfangsverse des Kalevala)

"…Ain' on päivä paistamatta,
kuu kulta kumottamatta
noilla Väinölän tuvilla,
Kalevalan kankahilla.
Vilu viljalle tulevi,
karjoille olo kamala,
outo ilman lintusille,
ikävä imehnoisille,
kun ei konsa päivyt paista
eikä kuuhuet kumota…"

(Runo 49)

Das Kalevala-Epos wurde unter anderem von Akseli Gallen-Kallela illustriert.

über das Kalevala
die Verse
Akseli Gallen-Kallela

samedi 31 mai 2008

Bernstein


The Hotel
















Ein Hotelzimmer mit Bild aussuchen...
The Hotel, Luzern - David Lynchs Lost Highway.

The Hotel

Lost Highway

mercredi 2 avril 2008

Schamanismus -















Vivideo
Ich habe diese Videoarbeit bei meiner Freundin Sylvia gesehen.
Vivis Arbeit dreht sich um eine Art schamanisches Ritual zweier Personen oder Wesen, zwischen Angst und Glück.










Apfelbaum und Olive

Ein Trost ist, zu wissen
wo die Tassen stehn und die Teller
in dem Haus, in dem du zu Gast bist,
und einen Anteil zu haben
an der Zärtlichkeit von Katze und Hund
deines Freunds,
und die Tücke des Fahrrads zu kennen
als sei es dein eigenes
(...)
Du gehst durch das Gartentor
und machst es hinter dir zu,
als stehe die Bank
für dich vor dem Haus,
und siehst die andern draussen vorbeigehen,
du,
der Wandrer
von Tag zu Tag
und von Land zu Land
(...)
Zwar, der Apfelbaum und die Olive
sind überall dein,
und in fernen Ländern
schiebt man dir einen Stuhl an den Tisch
(...)
als habe ein Kind sich verspätet
(...)
und siehst dem Schweben
der kleinen weissen Schirme mit zu
– so leicht, so widerstandslos vor dem Wehn
wie du selbst.
Irgendwo
dürfen sie landen.
(...)

Hilde Domin/Gesammelte Gedichte/S.Fischer/s.14

über Hilde Domin
Verzeichnis der Gedichte
Interview mit Hilde Domin

Ghost Orchid















... Since the roots of this orchid blend so well with the tree, the flower often seems to be floating in midair, hence its name of "Ghost Orchid".

Mick Fournier

mardi 29 janvier 2008

Gotthard - Schöllenenschlucht - Teufelsbrücke













Die Teufelsbrücke - die Sage

Die Urner wollten in der Schöllenen eine Brücke bauen doch wusste keiner Rat, und der Landamann rief, da baue doch der Teufel eine Brücke. Kaum hatte er das Wort gesagt, stand der Teufel vor ihm und anerbot sich, die Brücke zu bauen, wenn der erste, der über die Brücke kommt, ihm gehören würde. Die Urner schlugen ein und in drei Tagen war die Brücke gebaut. Am jenseitigen Ufer saß der Teufel und wartet auf den ersten, der herüberkam. Die Urner aber, auf den Rat eines klugen Ratsherrn, jagten einen gar kriegerischen Geißbock über die Brücke und als ersten dem Teufel zu. Da wollte der geprellte Teufel die Brücke zerschlagen und holte einen haushohen Stein herbei. Es begegnete ihm aber ein altes Mütterlein, das kritzelte ein Zeichen des Kreuzes in den Stein, und als der Teufel das Zeichen sah, lief er davon und ließ Stein und Brücke stehen. Seit jener Zeit, sagt man, habe er sich im Urnerland nie mehr gezeigt.







































Panorma St. Gotthard heute

lundi 21 janvier 2008

Vrenelis Gärtli

Tim Krohn's Geschichte steht in einem klaren kulturhistorischen Kontext (Brand von Glarus 1861), bezieht sich jedoch ebensostark auf die Sagenwelt. Vreneli lebt als "Quatemberkind" in zwei Welten. Es ist ein Mensch, fühlt sich jedoch der Geisterwelt der Hexer, Teufel und Naturwesen verbunden, lernt das Hexen, und bewegt sich als Füchslein durch die Berge, überwindet Zeit und Grenzen zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.






























Tim Krohn, Vrenelis Gärtli, Eichborn Berlin 2007

Persönlich sind mir die Sagen aus Glarus nicht wirklich ein Begriff, jedoch diejenigen aus Uri:

Urner Sagen (wikipedia)
Sagen aus dem Kanton Uri

lundi 7 janvier 2008